 |
|
Selbst große
Ölkonzerne werben bereits seit einiger Zeit mit
ihren Investitionen in diese Art der Energieerzeugung.
So ist nicht abzustreiten: Die Solartechnik oder Solartechnologie
ist in aller Munde. Das verwundert nicht angesichts
der letzten Veröffentlichungen über den
zu erwartenden Klimawandel auf unserem Planeten Erde.
Und auch beim aktuellen Spitzenreiter der Luftverschmutzung,
den USA, scheint langsam die Einsicht Platz zu gewinnen,
dass ein weiterer ungezügelter CO2-Ausstoß
nicht machbar ist. Auch wenn sich die Politiker der
führenden Industrienationen bei ihren jüngste
Gipfel im Ostseebad Heiligendamm nur auf weich Absichts-erklärungen
einigen konnten, bleibt festzuhalten: |
Technisch machbare Alternativen zur bisherigen Energieproduktion
sind längst vorhanden.
Die sauberste unter ihnen ist unbestritten die Solartechnik.
Sie "zapft" die Energiequelle an, die praktisch
unerschöpflich ist: die Sonne. In nur einer Stunde
liefert unser Zentralgestirn nach Expertenangaben durch
ihre Strahlung diejenige Energiemenge, die dem gesamten
jährlichen Verbrauch der Menschheit entspricht.
Dieses gewaltige Energiepotential zumindest zu einem Teil
zu verwerten, daran forschen weltweit schon seit Jahrzehnten
Ingenieure, Techniker und andere Experten. Eine der Top-Adressen
mit Weltruf ist das Freiburger Fraunhofer-Institut für
Solare Energiesysteme (ISE). Mit seinen 500 Mitarbeitern
ist es global eines der führenden Institute für
angewandte Solarforschung. Effizenzsteigerung der
Solarmodule mit weniger Materialeinsatz heißt
dort zur Zeit eines der wichtigsten Forschungsthemen. Der
Grund ist einfach und zeigt doch die oft widersprüchlichen
Läufe von guten Technologien bei ihrer Bewährung
auf dem weltweiten Markt. Die Grundlage für die Umsetzung
von Sonnenenergie bilden nun einmal die Solarzellen, bei
denen immer noch neun von zehn aus hochreinem Silizium bestehen.
Neben Sauerstoff ist dieses Silizium zwar das zweithäufigste
chemische Element der Erde. In der benötigten hochreinen
Form ist es global aber auch durch eine in den letzten Jahren
gestiegene Nachfrage knapp und teuer geworden (In Deutschland
stieg etwa die Produktion der Solarzellen zwischen 2000
und 2005 um durchschnittlich 82 Prozent pro Jahr).
Die ISE-Erfolge sind durchaus beachtlich. So konnte schon
im Juni 2004 die magische 20-Prozent-Marke geknackt werden,
über die bis dahin der Wirkungsgrad von multikristallinem
Silizium bei der Umwandlung von Sonnen-in Lichtenergie nicht
hinaus ging. Auch an neuen Zellen wird im ISE bereits gearbeitet,
die nur noch ein Zwanzigstel der bisherigen Menge an Rein-Silizium
benötigen bei gleicher Effizienz wie heute. Große
Fortschritte gibt es auch für Lichtbündelungstechniken,
die mehr Sonnenenergie auf kleinere Zellen lenken, aber
wohl eher in regenärmeren Gegenden als Mitteleuropa
funktionieren. In Zusammenarbeit mit Forschern und Praktikern
aus der Industrie ist es den ISE-Solarwissenschaftler so
gelungen, Spitzentechnologie für einen Zukunftsmarkt
zu entwickeln. Und gemeinsam arbeiten beide Seiten bereits
am Abbau einer weiteren Barriere, die die Zukunft der Solartechnik
bremsen könnte. Denn nicht umsonst warnen Fachleute
aus der Solarwirtschaft bereits heute vor einem Zurücklehnen
und Ausruhen auf dem heutigen Stand. Das Problem heißt
verstärkte Massenfertigung und damit auch ein Sinken
der Preise für die einzelne Solarzelle. Mit der im
März 2006 eröffneten "Forschungs-Fabrik"
in Freiburg ist zu seiner Lösung bereits ein weiterer
Schritt getan. In ihr können Solarfirmen ihre bisherigen
Produktionsabläufe quasi experimentell überprüfen
und verbessern. Gleichwohl ist die verstärkte Massenproduktion
bereits angelaufen. Das ist auch ein Ergebnis einer verstärkten
staatlichen Förderung der Solartechnik unter Rot-Grün.
Daran hat sich bisher auch unter der jetzigen schwarz-roten
Regierungskoalition nicht viel geändert.
Förderung durch den Staat
Für Solarkollektoranlagen bis zu einer Gesamtbruttokollektorfläche
von 40 Quadratmeter gibt es nach der seit 12. Januar 2007
geltenden Richtlinie 40 Euro pro Quadratmeter für Solaranlagen
zur Warmwasserbereitung, 70 Euro pro Quadratmeter für
Anlagen zur kombinierten Warmwasseraufbereitung und Heizungsunterstützung
und 30 Euro pro Quadratmeter für Erweiterungsvorhaben.
Für neue Fotovoltaikanlagen auf dem Gebäudedach
mit einer Leistung bis 30 kW garantiert das Erneuerbare
Energie Gesetz über 20 Jahre Einspeisevergütungen
von 54,53 Cent/kWh (zwischen 30 und 100 kW 53,87 Cent/kWh
und bei mehr als 100 kW 51,3 Cent/kWh). Dazu gibt es Zuschüsse
für größere Modellanlagen und Förderungen
durch einzelne Bundesländer und Kommunen und eine Reihe
von zinsgünstigen Krediten über die Kreditanstalt
für Wiederaufbau (weitere Infos etwa unter www.solarcontact.de,
www.bafa.de
und www.kfw-foerderbank.de).
Da immer mehr Ländern Fördergesetze für
erneuerbare Energien erlassen - zum Teil nach deutschem
Vorbild -, dürfte künftig einer noch verstärkteren
Massenproduktion von Solarmodulen und Sonnenkollektoren
nichts im Wege stehen. Und wie lautet die Zukunftsprognose
von ISE-Chef Eicke Weber: "Früher oder später,
je nach politischem Willen, wird eine solare Weltwirtschaft
das Zeitalter von Kohle und Öl ablösen. Eine andere
Wahl hat die Menschheit ohnehin nicht."
Webtipp für Bürger, die gerne schreiben
und politisch interessiert sind:
Auf dem neuen, demokratischen und unabhängigen Politblog
- www.der-buerger-spricht.de kann man, als registrierter
Autor, kostenfrei konstruktive Lösungsvorschläge
zur aktuellen Umweltpolitik hinterlassen, die dann veröffentlicht
werden.
Mess- und Sensortechnik: Messsystem
- Katalog für hier anfordern.
Bildquellen: Solarmodulzellen:
© Johanna Mühlbauer - Fotolia.com